Aktuelles

(19.07.2017) Auf der heutigen Gründungsversammlung in Hamburg hat sich das Deutsche Maritime Zentrum e.V. konstituiert. Das Zentrum bezweckt die Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft des gesamten deutschen maritimen Standortes sowie die Stärkung des Know-hows und der Berufsperspektiven in der maritimen Wirtschaft. Dazu gehört auch die Bearbeitung und Koordinierung von maritimen Querschnittsthemen, die eine branchenübergreifende Betrachtung erfordern.

Die Gründung des Zentrums geht auf die Initiative des Verbandes für Schiffbau und Meerestechnik (VSM) und der Gewerkschaft IG Metall, die bereits seit einigen Jahren für die Einrichtung einer maritimen Forschungsstelle geworben haben, und einen Beschluss des Deutschen Bundestages zurück. Neben dem VSM sind auch der Zentralverband Deutscher Schiffsmakler e.V. (ZVDS), der Verband Deutscher Reeder (VDR), der Zentralverband Deutscher Seehafenbetriebe e.V. sowie die Länder Hamburg und Niedersachsen und der Bund Gründungsmitglieder.

Zur Aufgabenstellung des Zentrums zählen die Anregung und Koordinierung von Forschung, Entwicklung und Innovation ebenso wie die Zusammenarbeit und die Unterstützung der maritimen Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft und öffentlicher Hand in Deutschland branchen- und länderübergreifend.

Als Think-Tank sollen des Weiteren Informationen zu relevanten Markt-, Politik- und Rechtentwicklungen sowie durch öffentlichen Wissenstransfer bereitgestellt werden. Außerdem hat der Verein die Unterstützung bei der Weiterentwicklung nationaler, europäische und internationaler technischer Standards und Normen sowie bei der Entwicklung und Umsetzung von Standards und Normen in der maritimen Branche zum Zweck.

Schließlich soll der maritime Standort durch den Informationsaustausch zwischen Unternehmen der maritimen Branche und der öffentlichen Hand gestärkt und bei der Entwicklung und Umsetzung von Standards für den Klima- und Umweltschutz mitgewirkt werden.

Zur Finanzierung des Zentrums hat der Bundestag im Bundeshaushalt 2017 für die dreijährige Anlaufphase des Deutschen Maritimen Zentrums zunächst insgesamt neun Mio. Euro bereitgestellt.

 

(14.07.2017) Um schneller Erfolge bei der Luftreinhaltung im Hafen zu erzielen, erhöht die Hamburg Port Authority (HPA) rückwirkend zum 1. Juli 2017 den Rabatt beim Hafengeld für die Nutzung von umweltfreundlichem Hafenstrom. Kreuzfahrt- und Containerschiffe im Überseeverkehr können nun bis zu 3.000 Euro statt bisher bis zu 2.000 Euro sparen. Damit möchte die HPA die Hafennutzer noch mehr davon überzeugen, auf die für sie günstigere Eigenstromerzeugung während der Liegezeit zu verzichten.

Unter Hafenstrom versteht die HPA beispielsweise die Nutzung von Landstromanlagen wie am Cruise Center in Altona, aber auch von alternativen Strom-Versorgungen während der Liegezeit, beispielsweise mit LNG (Flüssigerdgas). Die Fokussierung auf Kreuzfahrtschiffe und Containerschiffe erfolgt, weil diese aufgrund ihres Funktionsprofils einen vergleichsweise hohen Strombedarf haben. Mit entsprechenden Maßnahmen der Reeder können hier am schnellsten Erfolge bei der Luftreinhaltung erzielt werden.

Im Laufe der nächsten Jahre sollen gemäß des jüngst beschlossenen 2. Luftreinhalteplans weitere Landstromanlagen gebaut werden. Auch sogenannte PowerPacs sollen zum Einsatz kommen. Darunter sind mobile, umweltfreundliche Stromversorgungseinheiten zu verstehen, mit denen beispielsweise Containerschiffe während der Liegezeit ihren Strombedarf decken können.

„Mit unserer auf Nachhaltigkeit ausgelegten Unternehmens- und Umweltstrategie setzen wir somit ein klares Signal für die Hamburger Bürger und die Reedereien. Unser Ziel ist es, einen Beitrag zur Luftreinhaltung zu leisten und Hamburg als Anlaufhafen attraktiv zu halten“, sagt Tino Klemm, CFO und Mitglied des Management Boards der HPA.

(26.6.2017) Der Zentralverband Deutscher Schiffsmakler e.V. (ZVDS) und die Softship AG haben eine Kooperation vereinbart. Auf dieser Grundlage erhalten ZVDS-Mitglieder Sonderkonditionen für das Produkt Softship.SAPAS. Bei Softship.SAPAS handelt es sich um eine WEB basierte Plattform, die Hafenagenten die Akquisition und die Abwicklung von Hafenanläufen erleichtern soll.

Softship.SAPAS zeichnet sich durch eine automatische Angebotserstellung auf Basis hinterlegter Tarife aus, und bietet seinen Nutzern ein anpassungsfähiges System, das auf ihre speziellen Bedürfnisse und Anforderungen zugeschnitten ist. ZVDS-Mitglieder erhalten neben weiteren Vorteilen kostenfreie Trainings, kostenfreien Support beim Einrichten von Softship.SAPAS und 25% Bonus Credits bei jedem Einkauf.

Als Kontaktperson bei der Softship AG steht ihnen Herr Nik Wittern (Sales Director, Phone: +49(0)40-89 06 8-0, E-Mail: Nik.Wittern@softship.com Internet: www.softship.com) zur Verfügung.

http://www.softship.com/media/sapasnews/sapasnews9.html

(16.6.2017) Am 23.05.2017 hat das Bundesverwaltungsgericht die schriftliche Urteilsbegründung zur Gerichtsentscheidung vom 09.02.2017 an die Parteien des Rechtsstreits zugestellt. Die Verwaltungen von Bund und Hamburg arbeiten seit Februar bereits daran, die letzten Bedenken des Gerichts auszuräumen und in einem ergänzenden Verfahren zu beheben. Dazu enthält die Urteilsbegründung einige Klarstellungen, die diese Arbeit erleichtern. Als wesentlicher Teil dieser Arbeiten muss das Ausgleichskonzept für Bestandsverluste des Schierlings-Wasserfenchels um eine Maßnahme ergänzt werden. Im Bereich der Billwerder Insel wurde eine hierfür geeignete Fläche gefunden.

Das Bundesverwaltungsgericht hatte in seinem Urteil die ursprünglich für den Ausgleich ausbaubedingter Verluste des Schierlings-Wasserfenchels vorgesehene, gemäß europäischem Naturschutzrecht erforderliche Kohärenzsicherungsmaßnahme „Kreetsand“ nicht anerkannt, da es sich hierbei aus rechtlicher Sicht um eine Maßnahme des Gebietsmanagements handele, die ohnehin durchgeführt werde. Daher ist es eine wesentliche Aufgabe auf dem Weg zu einem endgültigen Baurecht, eine alternative Kohärenzmaßnahme zu planen, durch die zusätzlicher Lebensraum für den Schierlings-Wasserfenchel entsteht. Hierfür kommen Bereiche in Frage, in denen Tideverhältnisse herrschen, die dem Schierlings-Wasserfenchel eine stabile und weitgehend ungestörte Entwicklung ermöglichen.

Die Behörden Hamburgs und des Bundes haben mehrere mögliche Maßnahmengebiete geprüft, um eine als Kohärenzsicherungsmaßnahme geeignete Fläche zu finden. Unter Berücksichtigung des erreichbaren Kompensationsumfangs für den Schierlings-Wasserfenchel, der technischen Machbarkeit und der ökologischen Auswirkungen erwies sich das Gebiet Billwerder Insel als besonders gut geeignet. Dort sollen mehrere alte, nicht mehr in Betrieb befindliche Absetzbecken der Hamburger Wasserwerke an das Tidegeschehen angeschlossen werden. Die ehemaligen Speicherbecken werden mit Prielen, Wattflächen und Inseln so gestaltet, dass sie in Zukunft gute Lebensbedingungen für den Schierlings-Wasserfenchel bieten.

Senator Frank Horch: „Ich bin froh, dass es gelungen ist, mit der Billwerder Insel zügig eine geeignete Fläche zur Entwicklung des Schierlings-Wasserfenchels zu finden. Wir haben damit einen weiteren Meilenstein erreicht. Es ist nun Aufgabe der Planer, diese Maßnahme planerisch rasch weiter zu konkretisieren. Wir unterrichten auch die EU-Kommission über das Urteil und die neue Maßnahme „Tideanschluss Billwerder Insel“. Zudem haben wir die anerkannten Naturschutzverbände über unsere Planungen im Bereich der Billwerder Insel informiert und diese darüber hinaus zu einem Gespräch eingeladen.“

Prof. Dr-Ing. Hans-Heinrich Witte, Präsident der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt: „Gemeinsam mit Hamburg bereiten wir gewissenhaft die technischen Planungen vor und führen die notwendigen Umweltuntersuchungen durch, mit dem Ziel eine rechtssichere Planfeststellung zu erreichen. Ebenso intensiv und gründlich bearbeiten wir die wenigen vom Gericht aufgezeigten Mängel für das anstehende ergänzende Verfahren.“

(09.06.2017) Im April 2017 wurden von Deutschland Waren im Wert von 101,0 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 83,0 Milliarden Euro importiert. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anhand vorläufiger Ergebnisse weiter mitteilt, waren damit die deutschen Exporte im April 2017 um 2,9 % niedriger und die Importe um 5,4 % höher als im April 2016. Kalender- und saisonbereinigt nahmen die Exporte gegenüber dem Vormonat März 2017 um 0,9 % zu, die Importe stiegen um 1,2 %.

(10.3.2017) Im Januar 2017 wurden von Deutschland Waren im Wert von 98,9 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 84,0 Milliarden Euro importiert. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anhand vorläufiger Ergebnisse weiter mitteilt, waren damit die deutschen Exporte im Januar 2017 um 11,8 % und die Importe um 11,7 % höher als im Januar 2016. Kalender- und saisonbereinigt nahmen die Exporte gegenüber dem Vormonat Dezember 2016 um 2,7 % zu, die Importe stiegen um 3,0 %.
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Die vollständige Pressemitteilung (inklusive PDF-Version) ist im
Internetangebot des Statistischen Bundesamtes unter
http://www.destatis.de/presseaktuell  zu finden.

(3.3.2017) Das gesetzliche Regelwerk für die Seeschifffahrt macht die EU zu einem attraktiven Standort für Reeder. Aber: Für das weitere Wachstum des Sektors sei es unabdingbar, dass die Union ihre Politik an die globale Orientierung der Seeschifffahrt anpasst. Nur so lasse sich auf Dauer die internationale Konkurrenzfähigkeit der heimischen Schiffseigner stärken. Das ist die Quintessenz einer 60-seitigen Expertise der Beratungsfirma Monitor Deloitte mit dem Titel „Wettbewerbsstudie der EU-Schifffahrt“.

Auftraggeber ist der europäische Reederverband  (ECSA), der die Untersuchung während der Europäischen Schifffahrtswoche in Brüssel vorlegte. ECSA will mit den im Vergleich zu fünf anderen wichtigen Schifffahrtsstandorten ermittelten Resultaten die Überarbeitung der maritimen EU-Strategie beeinflussen.

Generell habe die EU einen Rahmen, der die EU-Schifffahrtsunternehmen international durchaus konkurrenzfähig macht. Aber auf einigen Feldern sorge das Regelwerk für eine geringere Wettbewerbskompetenz als die Forscher sie in Singapur, Hong Kong, Dubai, Shanghai oder Vancouver ermittelt haben. ECSA fordert daher unter anderem und verkürzt dargestellt mehr Flexibilität bei den Beihilferegelungen sowie mildere Regeln für das Führen einer EU-Flagge. Die aktuellen gesetzlichen Vorgaben bindet die Tonnagesteuer an die Flagge und beschränken damit nach Ansicht der Analysten die operationelle Freiheit der Reeder. Und sie beschleunigen deren Tendenz, ihre Schiffe unter den Flaggen von Steuerparadiesen fahren zu lassen. Das bedeute negative Folgen für die heimatlichen Volkswirtschaften.

Für die weiteren Einzelheiten der Studie verweisen wir auf den Anhang. Die Studie steht auch auf der Homepage des europäischen Reederverbands zum Download bereit:

 

http://www.ecsa.eu/9-latest-news/300-eu-shipping-policy-is-solid-but-needs-a-stronger-global-orientation-to-sustain-further-growth

Große Schiffe können besser manövrieren, Liegeplätze flexibler vergeben werden, und die nautische Sicherheit wurde erhöht: Voll im Zeit- und Budgetplan hat die Hamburg Port Authority (HPA) heute offiziell das Projekt Anpassung Einfahrt Vorhafen abgeschlossen. Ein Gewinn sowohl für die Container-  als auch Kreuzschifffahrt, denn mit der vergrößerten Vorhafen-Einfahrt hat die HPA einerseits die nutzbaren Tide-Zeitfenster für das Ein- und Auslaufen und den Manövrierraum großer Schiffe im Bereich Tollerort erweitert. Andererseits kann die Breitenrestriktion für Kreuzfahrtschiffe am Cruise Center Altona von 32,3 Metern auf 40 Meter erhöht werden. Zudem wurde die Möglichkeit geschaffen, später zusätzliche Warteplätze für Feederschiffe einzurichten, was das Verkehrsaufkommen in diesem stark frequentierten Hafenbereich reduzieren wird.

Der Vorhafen ist die Zufahrt zu den Hafenumschlagsflächen in Steinwerder. Durch seine Lage am Hauptstrom der Norderelbe und die ehemaligen Ufergeometrien existierten bis zu dem nun abgeschlossenen Umbau Strömungsverhältnisse, die Restriktionen für die Ein- und Ausfahrt großer Schiffe zur Folge hatten. Dank der neuen Situation können die Restriktionen für 370-Meter-Schiffe auf Fahrzeuge von bis zu 400 Metern angewendet werden.

„Die erweiterte Vorhafen-Einfahrt macht den Schiffsverkehr nicht nur effizienter, sondern auch planbarer und sicherer“, sagt Jens Meier, Vorsitzender der Geschäftsführung der HPA. „Mit dieser nun optimalen wasserseitigen Zugänglichkeit haben wir die Hafeninfrastruktur um einen Baustein ergänzt, der die Wettbewerbsfähigkeit des Hamburger Hafens sowohl zugunsten der Container- als auch Kreuzschifffahrt weiter stärken wird“, so Meier weiter.

Frank Horch, Senator für Wirtschaft, Verkehr und Innovation: „Wir entwickeln den Hafen in die Zukunft. Dafür muss die Infrastruktur mitwachsen und ausgebaut werden. Dieses Projekt ist ein wichtiger Baustein auf diesem Weg. Sowohl die Reedereien als auch die Terminals werden davon in besonderem Maße profitieren.“

Im Wesentlichen bestand das Projekt aus drei Baumaßnahmen:

1.    Im Bereich Tollerort wurde eine vier Hektar große Landspitze zurückgebaut und mehr Wasserfläche geschaffen. Mit dem hierbei gewonnenen Aushub wurde der restliche Kohlenschiffhafen verfüllt, was dem Containerterminal Tollerort (CTT) und dem Klärwerk Köhlbrandhöft zusätzliche Flächen verschafft. Für zukünftige Hafenentwicklungen und weitere Infrastrukturmaßnahmen wurde aus den Böden aus dem Rückbau der Tollerort-Spitze in unmittelbarer Nachbarschaft auf dem Kuhwerder-Terminal ein Bodenzwischenlager errichtet.

2.    Am Tollerort-Nordufer wurden neue Vorsetze gebaut. Sie bestehen aus einem zirka 250 Meter langen Kaimauerbauwerk, das von der Nordost-Ecke der Tollerort-Spitze ausgehend im westlichen Bereich in eine zirka 350 Meter lange Böschung übergeht. Die bereits bestehende Kaimauer am Nordende des Europakais wurde durch eine zirka 90 Meter lange vorgebaute Kaimauerkonstruktion verstärkt. 

3.    Auch die bestehende umlaufende Kaimauer am Lotsenhöft wurde verstärkt, indem ihr eine zirka 160 Meter lange Kaimauerkonstruktion vorgebaut wurde.  

Damit sind die Voraussetzungen für einen Manövrierraum von 450 Metern Durchmesser, eine flexiblere Liegeplatzvergabe und eine erhöhte nautische Sicherheit im Bereich Tollerort erfüllt.

 

(15.2.2017) Containerumschlag erreicht in 2016 ein Plus von 1,0 Prozent/ Mit 2,4 Millionen TEU Rekordergebnis im Seehafenhinterlandverkehr auf der Schiene erzielt

Deutschlands größter Universalhafen hat 2016 im Seegüterumschlag den Turnaround geschafft und erreicht in den Segmenten Stückgut und Massengut ein Umschlagvolumen von 138,2 Millionen Tonnen. „Der Seegüterumschlag im Hamburger Hafen hat sich gefestigt und weist 2016 mit einem Plus von 0,3 Prozent wieder einen Aufwärtstrend auf. Ein stärkerer Stückgutumschlag gleicht im Gesamtergebnis den leichten Rückgang beim Massengutumschlag aus. Der Hamburger Hafen sieht auch für 2017 einer positiven Entwicklung entgegen“, sagt Axel Mattern, Vorstand Hafen Hamburg Marketing e.V. Auch die erfolgreiche Entwicklung beim Seehafenhinterlandverkehr auf der Schiene wird fortgesetzt. „Hamburg baut seine Position als führender europäischer Eisenbahnhafen weiter aus. Im Jahr 2016 wurden 46,4 Millionen Tonnen Güter (+1,5 Prozent) und 2,4 Millionen TEU (+2,4 Prozent) per Bahn in oder aus dem Hafen transportiert. Wir freuen uns über dieses Rekordergebnis. Der Anteil der auf der Schiene transportierten Güter konnte erneut gesteigert werden und liegt jetzt bei 46,6 Prozent“, so Ingo Egloff, Vorstand Hafen Hamburg Marketing e.V.

Der Containerumschlag konnte nach zunächst verhaltenem Start am Anfang des Jahres im Laufe der zweiten Jahreshälfte zulegen und erreichte nach zwölf Monaten mit 8,9 Millionen TEU ein Plus von 1,0 Prozent. Das containerisierte Ladungsvolumen kam mit 91,7 Millionen Tonnen auf ein Plus von 1,2 Prozent. Der für den Hamburger Hafen besonders bedeutende Containerverkehr mit Asien verzeichnete mit 4,7 Millionen TEU ein Plus von 1,3 Prozent. Auch der in Hamburg dominierende Containerumschlag mit chinesischen Häfen entwickelte sich mit 2,6 Millionen TEU positiv und erreichte ein Plus von 1,6 Prozent. Die Containerverkehre mit den Fahrtgebieten in Nord- und Südamerika lieferten insgesamt mit 1,2 Millionen TEU ein Wachstum von 2,9 Prozent. Das Containerfahrtgebiet Europa blieb mit 2,6 Millionen TEU auf Vorjahresniveau. Erfreulich ist die Entwicklung Russlands, das im Containerverkehr mit 453.000 TEU ein Plus von 4,5 Prozent erreichte. „Russland nimmt trotz der unverändert geltenden Sanktionen wieder Rang zwei (2015: Rang drei) unter den wichtigsten Handelspartnern des Hamburger Hafens im Containerverkehr ein“, sagt Ingo Egloff. Nach wie vor bewirkten die Direktanläufe von Containerliniendiensten in Göteborg und Danzig Rückgänge im seeseitigen Containerverkehr Hamburgs mit Schweden (243.000 TEU/ -10,6 Prozent) und Polen (214.000 TEU / -9,7 Prozent). Mit insgesamt 1,8 Millionen TEU blieben die Containerverkehre mit der Ostsee aber trotzdem auf Vorjahresniveau. Erfreulich bleibt die unverändert wachsende Bedeutung Indiens, das mit 241.000 TEU (+2,0 Prozent) inzwischen Position zehn im Ranking der Top-Handelspartner im Containerverkehr Hamburgs einnimmt. Ebenfalls positive Umschlagentwicklungen sind im Containerverkehr mit den USA (363.000 TEU/ +11,1 Prozent), Großbritannien (246.000 TEU/ +12,6 Prozent), den Vereinigten Arabischen Emiraten (234.000 TEU/ +11,1 Prozent) und Mexiko (74.000 TEU/ +17,8 Prozent) zu verzeichnen.

Die Containerumschlagbilanz des Hamburger Hafens weist für das Jahr 2016 sowohl beim Import als auch beim Export Wachstum aus. Auf der Importseite wurde mit 4,6 Millionen TEU ein Plus von 1,2 Prozent und auf der Exportseite mit einem Containerumschlag von 4,3 Millionen TEU ein Plus von 0,7 Prozent erreicht. „Trotz der geringeren Transhipment-Containerverkehre mit Feederschiffen von und nach Schweden und Polen, gab es im Gesamtumschlagergebnis des Hafens beim Import und Export einen Aufwärtstrend zu verzeichnen. Den Zuwachs brachten vor allem die Containerverkehre mit Asien und Amerika“, erläutert Mattern.

Beim Massengutumschlag, der im Jahr 2016 ein Umschlagergebnis von 44,9 Millionen Tonnen (-1,3 Prozent) in Hamburg ausmachte, entwickelten sich dagegen erneut die Importe und Exporte unterschiedlich. Auf der Importseite wurde mit insgesamt 33,4 Millionen Tonnen ein Plus von 3,0 Prozent erreicht. Auf der Exportseite blieb der Massengutumschlag mit insgesamt 11,5 Millionen Tonnen (-11,9 Prozent) unter dem Vorjahresergebnis. Für Wachstum beim Import sorgte mit 4,3 Millionen Tonnen (+7,8 Prozent) das Umschlagsegment Sauggut (Ölsaaten, Getreide, Futtermittel) und mit insgesamt 10,7 Millionen Tonnen (+9,7 Prozent) das Segment Flüssigladung. Hier waren es vor allem die Mineralölprodukte, die mit insgesamt 9,7 Millionen Tonnen für ein Plus von 29,4 Prozent sorgten. Der Greifergutumschlag von überwiegend Kohle und Erze blieb mit 18,5 Millionen Tonnen
(-1,4 Prozent) leicht unter dem Vorjahresergebnis. Die mit 11,5 Millionen Tonnen (-11,9 Prozent) rückläufige Entwicklung beim Export in den Umschlagsegmenten Sauggut, Flüssigladung und Greifergut hat unterschiedliche Ursachen. So ist neben einem erntebedingten Rückgang der Getreideexporte, die mit 3,2 Millionen Tonnen (-23,2 Prozent) deutlich schwächer als im besonders starken Vorjahr ausfielen, mit 2,2 Millionen Tonnen (-20,6 Prozent) auch ein Rückgang bei den Exporten von Mineralölprodukten zu verzeichnen. Das schwächere Umschlagergebnis ist in erster Linie mit der Schließung einer großen Hamburger Raffinerie zu erklären, deren Exporte von Mineralölprodukten nun wegfallen. Das Segment Greifergut erreichte mit 3,5 Millionen Tonnen (-0,5 Prozent) annähernd das Ergebnis aus dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

Der nicht-containerisierte Stückgutumschlag, von zum Beispiel großen Anlagenteilen und rollender Ladung, blieb 2016 mit insgesamt 1,5 Millionen Tonnen (-11,0 Prozent) unter dem Vorjahresergebnis. Auf der Importseite, die 518.000 Tonnen (-9,7 Prozent) erreichte, konnten wachsende Umschlagmengen bei Südfrüchten (182.000 Tonnen/ +1,7 Prozent) und restlicher konventioneller Ladung, wie zum Beispiel große Maschinen, die Rückgänge bei Papier, Holz, Metall und Kraftfahrzeugen nicht wettmachen. Im Versand konventioneller Stückgüter, für den insgesamt 1,0 Millionen Tonnen (-11,6 Prozent) ermittelt wurden, konnte das Wachstum bei Holz, Eisen und Stahl nicht den Rückgang bei der Ausfuhr von Kraftfahrzeugen ausgleichen.

Rekordergebnis im Seehafenhinterlandverkehr auf der Schiene

Die beiden Hafen Hamburg Marketing Vorstände Ingo Egloff und Axel Mattern wiesen anlässlich der Hafen Hamburg Jahrespressekonferenz daraufhin, dass sich der Seegüterumschlag im Universalhafen Hamburg stabilisiert hat und eine Aufwärtsentwicklung offenkundig sei. Hamburg kann im ausgeprägten Wettbewerb mit den anderen Haupthäfen Nordeuropas eine besonders gute Entwicklung der Seehafenhinterlandverkehre aufweisen. Die mit der Eisenbahn in und aus dem Hamburger Hafen transportierte Gütermenge von 46,4 Millionen Tonnen erreichte gegen den Trend der insgesamt im Schienengüterverkehr Deutschlands eher rückläufigen Mengen ein Plus von 1,5 Prozent. Die Anzahl der auf der Schiene transportierten Container kletterte um 2,4 Prozent auf 2,4 Millionen TEU. Im Modal Split des Hamburger Hafens baut die Eisenbahn ihren Anteil bei Containertransporten von 41,6 Prozent auf 42,3 Prozent weiter aus. Mehr als 200 Güterzüge erreichen oder verlassen täglich Europas größten Eisenbahnhafen und verbinden Hamburg mit allen Wirtschaftsregionen im Binnenland. „Die im europäischen Hafenvergleich höchste Anzahl an Verbindungen und die hohe Frequenz an Zugabfahrten von und nach Hamburg sind für die schnelle Abwicklung von Export- und Importgütern der Verlader aus Industrie und Handel von Vorteil“, sagt Egloff.

Die Fahrrinnenanpassung der Elbe wird kommen

Um den Hamburger Hafen weiterhin in seinen vielfältigen Funktionsbereichen auszubauen und wettbewerbsfähig zu halten, ist die Modernisierung und der Ausbau einer leistungsfähigen Infrastruktur für den Gütertransport per Bahn, Lkw, Binnen- und Seeschiffschiff von größter Bedeutung. „Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat mit seinem Urteil vom 9. Februar 2017 die Notwendigkeit der Fahrrinnenanpassung ausdrücklich unterstrichen“, sagt Jens Meier, Geschäftsführer der Hamburg Port Authority (HPA). Die Fahrrinnenanpassung werde kommen. Nun gehe es noch darum, das Verfahren zu ergänzen. „Wir konzentrieren uns jetzt darauf, die Fragen zu möglichen Schwankungen beim Salzgehalt der Elbe zu klären und im Rahmen der habitatschutzrechtlichen Verträglichkeitsprüfung auch Anforderungen an zusätzliche Ausgleichsflächen in den Planungen zu berücksichtigen.“ Die zuständige Projektgruppe werde mit Hochdruck daran arbeiten, für eine konkrete Aussage zum Zeitrahmen sei es jedoch derzeit noch zu früh. Das Bundesverwaltungsgericht hatte in seinem Urteil klargestellt, dass der gesamte Planungsvorgang keine Mängel aufwies und die Einwände der Umweltverbände hinsichtlich der wasserbaulichen Maßnahmen nicht durchgreifen. Auch die europäische Wasserrahmenrichtlinie sei eingehalten worden. Lediglich beim Schutz einer Pflanze, des Schierlings-Wasserfenchels, und bei der Ausweisung von Kohärenzflächen müsse nachgebessert werden, dann sei die Maßnahme umzusetzen. „Damit ist klar, dass die Fahrrinnenanpassung kommt, aber wir bedauern den erneuten Zeitverlust bei der Umsetzung der Maßnahme. Wichtig ist aber: Für die Schifffahrt auf der Elbe und den Betrieb im Hamburger Hafen ändert sich nichts. Wir waren bisher in der Lage, die größten Containerschiffe abzufertigen, das wird auch in Zukunft so sein. Eine Verschlechterung tritt somit nicht ein“, betont Egloff.

Der Hamburger Hafen ist Deutschlands größter Universalhafen und sichert mehr als 156.000 Arbeitsplätze in der Metropolregion Hamburg. Der Hafen ist auch ein wichtiger Industriestandort und mit einer Bruttowertschöpfung von 21,8 Milliarden Euro von großer Bedeutung für die gesamte deutsche Volkswirtschaft. Für das Jahr 2017 rechnet die Marketingorganisation des Hamburger Hafens mit einem Seegüterumschlag auf Vorjahresniveau.

 

 

(9.2.17) Mit Bedauern nehmen die Hamburger Schiffsmakler die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts wahr. Hierzu sagt der Vorsitzende der Vereinigung Hamburger Schiffsmakler und Schiffsagenten e.V., Christian Koopmann: „Es ist schon sehr traurig, dass es nicht mehr gelingt, für die Zukunft des Hamburger Hafens wichtige Projekte aufgrund komplexer Rechtsvorgaben sauber zu planen und zeitnah umzusetzen. Es ist nun auch zu prüfen, warum so etwas in anderen europäischen Häfen gelingt, die deutschen Planungsbehörden aber regelmäßig Schwierigkeiten haben.“

Die erneute Verzögerung sollte aus Sicht der VHSS daher auch dazu genutzt werden, um die Prozesse der an der Planung beteiligten Einheiten kritisch zu hinterfragen.

Koopmann verwies in diesem Zusammenhang auf die positiven Auswirkungen solcher Maßnahmen für die Häfen. „Ohne die Scheldeanpassung wäre Antwerpen der deutliche Zuwachs in den letzten Jahren nicht gelungen. Daher ist der Plan zur Fahr-rinnenanpassung auf der Elbe weiterhin richtig und für die Sicherung der Wettbewerbsposition Hamburgs unverzichtbar.“
 
Nach Aussage Koopmanns ist nicht zu vergessen, dass der Warentransport per Schiff nach wie vor die umweltfreundlichste Variante der Güterbeförderung darstellt.  So gesehen, komme der Entscheidung für die Anpassung der Fahrrinne sowie des Ausbaus des Hafens auch eine ökologische Komponente zu.