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GeschichteGründungsdatum08. Januar 1897 um 14.30 Uhr in der Hamburger Börsenhalle
Unmittelbarer GründungsanlassStreik der Hafenarbeiter vom 20. November 1896 bis 08. Februar 1897, 16.700 Hafenarbeiter und Seeleute waren beteiligt
Eintragung in das Vereinsregister15. Mai 1903
Vorsitzende
Geschäftsführer
Bruno Jansen
Eisbeinessen
Die Mitgliedsfirmen der Vereinigung Hamburger Schiffsmakler und Schiffsagenten e.V. hatten 1948 allen Grund zur Freude. Es war ein besonderes Jahr für die nach dem Zweiten Weltkrieg brach liegende Schifffahrt. Die 110 verbliebenen Hamburger Schiffsmaklerfirmen durften endlich wieder Auslandsgeschäfte tätigen. Langsam nahmen immer mehr Linien den Verkehr nach Hamburg wieder auf. Im Sommer 1948 wurde das generelle Verbot der Neuindienststellung von Schiffen aller Art aufgehoben. Es durften gesunkene Schiffe bis 1.500 BRT gehoben und instandgesetzt werden. Ab Ende 1948 schließlich erlaubte der Potsdamer Vertrag, dass Schiffe bis zu 1.500 BRT neu gebaut werden durften.
Was lag näher, als den sich abzeichnenden Aufschwung bei einem Geschäftsessen zu feiern. Bruno Jansen, seit 1945 Geschäftsführer der Vereinigung Hamburger Schiffsmakler und Schiffsagenten e.V. lud die Geschäftsführer seiner Mitgliedsfirmen am 11. November 1948 zu einem für damalige Verhältnisse teuren, aber guten Essen ein. Auch das Lokal ließ am maritimen Touch nichts missen, lag doch das nach schweren Bombentreffern notdürftig reparierte MS „St. Louis“ an den Altonaer Landungsbrücken und diente als Hotel und Restaurant. Der Abend wurde ein voller Erfolg, 110 Schiffsmakler taten sich gütlich am delikaten nordischen Vorgericht, Geflügelrahmsuppe, Seelachsschnitte vom Rost und Wiener Schnitzel mit Vierländer Gemüse. Nach dem gelungenen Abend war man sich einig. Das Essen sollte zur ständigen Einrichtung werden.
Bereits zum 29.10.1949 lud Geschäftsführer Bruno Jansen erneut ein. Diesmal in den Ratsweinkeller, und erstmalig wurde Eisbein oder wahlweise Kassler mit Sauerkraut, Erbsenpürree, Kartoffeln und Speckstippe gereicht. Man entschied sich für das deftig-norddeutsche Gericht, weil es dem Zeitgeist entsprach, denn die Zeit des Mangels war vorbei, die Nouvelle Cuisine noch unbekannt. Das inzwischen weltberühmte Eisbeinessen war geboren. Niemand konnte damals ahnen, welche Entwicklungen es einmal nehmen würde.
Bruno Jansen ist zum Erfinder und Vater des heutigen weltbekannten Eisbeinessens geworden.
Bruno Jansen verstarb am 25. April 2005 in Hamburg Wellingsbüttel. Die Vereinigung Hamburger Schiffsmakler und Schiffsagenten e.V. wird ihm immer ein ehrendes Andenken bewahren. SCHIFF-AHOI
Zu einem der gesellschaftlichen Höhepunkte in der Schifffahrt entwickelte sich der Ball „Schiff Ahoi“. Auf Initiative des damaligen Geschäftsführers der Vereinigung Hamburger Schiffsmakler und Schiffsagenten e.V., Bruno Jansen, lud der Verband im Mai 1952 zum ersten Mal zu einem Ball ein, der damals noch „Frühlingsfest“ genannt wurde. Zu einem Eintrittspreis von sage und schreibe DM 7,50 für die Herren und DM 5,00 für die Damen feierte man im Hotel Atlantic bis in den führen Morgen. Eine Band des British Forces Network sorgte für flotte Musik und gute Stimmung.
Der Ball wurde ein Riesenerfolg, und der Vorstand beschloss, dieses Ereignis nunmehr regelmäßig an jedem ersten Sonnabend im März stattfinden zu lassen. Auch ein passender Name war bald gefunden, gewissermaßen in der maritimen Nachbarschaft. Der Verband Deutscher Reeder e.V. veranstaltete bereits vor dem Krieg den Ball „Schiff Ahoi“, wollte diese Tradition aber nicht fortsetzen. So wurde der Name übernommen. Wegen des großen Andranges verlegte die Vereinigung ihren Ball 1974 in das Hamburger Congress Centrum (CCH). War es die gediegene Atmosphäre des Nobelhotels oder die Treue der Hamburger Hafenwirtschaft zum Altbewährten, „Schiff Ahoi“ kehrte schon bald wieder in die Räume des Hotel Atlantic zurück. In den achtziger Jahren war jedoch eine generelle Ballmüdigkeit zu verspüren. Eine neue Generation und vor allem neue Unterhaltungs- und Zerstreuungsangebote führten zu nachlassender Beteiligung. Vorläufig zum letzten Male tanzten die Damen und Herren 1993 im Hotel an der Außenalster durch die Nacht. 44 Hamburger Schiffsmakler gründen 1897 ihren Verein
Erst kurz vor der gesetzlichen Legitimierung und Verankerung des Maklerberufes, nämlich am 8. Januar 1897, hatten sich 44 Hamburger Schiffsmakler zu einer Vereinigung zusammengeschlossen und gründeten einen Verband. Der Grund hierfür war in dem großen Streik von 1896/97 zu suchen, einem Konflikt, der sich über Jahre zuvor zugespitzt hatte und dann plötzlich zum Ausbruch kam. An der offensichtlich positiven wirtschaftlichen Entwicklung wollten auch die Arbeiter im Hamburger Hafen teilhaben. Der Aufschwung war für sie unmittelbar an den ständigen Hafenerweiterungen zu erkennen, deren Platzbedarf vielfach traditionelle Arbeitersiedlungen vernichtete. 1890 waren 30.462 Hafenarbeiter in 84 Gewerkschaften organisiert, die für höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen kämpften. Die Unruhen und Streiks erfassten schließlich auch andere Berufsstände im Hafen, so Ewerführer, Schiffsreiniger u.a., deren Forderungen sich vor allem gegen die Reedereien richteten. Die Makler erkannten schnell, dass sie, wollten sie nicht zwischen die Mahlsteine dieses Geschehens geraten, mit einer Zunge sprechen mussten, um ihre Interessen und die ihrer Prinzipale vertreten zu können.
Die konstituierende Versammlung, die am 8. Januar 1897, nachmittags um 2.30 Uhr in der Hamburger Börsenhalle begann, wählte J.A. Edye aus dem Hause Rob. M. Sloman jr. zu ihrem ersten Vorsitzenden. Er forderte die Mitglieder auf, sich immer an den Grundsatz „Treu und Glauben“ zu halten. In das Hamburger Vereinsregister wurde die Vereinigung am 15. Mai 1903 eingetragen. Aus jenem Jahr ist auch die Höhe des Jahresbeitrages überliefert, nämlich 20 Mark. Schon im folgenden Jahr stieg der Beitrag auf 40 Mark, die Vereinigung Hamburger Schiffsmakler und Schiffsagenten e.V. hatte nämlich einen Sekretär eingestellt, der zur Bewältigung der immer umfangreicher werdenden Arbeit erforderlich wurde.
Als erste Amtshandlung verschickte die junge Vereinigung Hamburger Schiffsmakler und Schiffsagenten e.V. ein Rundschreiben an alle in- und ausländischen Reeder. In diesem empfahl sie nicht nur ihre Mitgliedsfirmen als vertrauenswürdige Partner, sondern sie informierte die Reeder auch über die Praktiken einiger Hamburger Stauereifirmen, die in den zurückliegend Jahren unseriöse Geschäftspraktiken entwickelt hatten, was zu teilweise maßlos überhöhten Rechnungen führte. Damals wie heute was es das Interesse der Hamburger Schiffsmakler, ihren Hafen als kostengünstig und effizient anzubieten.
Von 1934 an ruhte die Tätigkeit des Verbandes. Die Vereinigung Hamburger Schiffsmakler und Schiffsagenten e.V. beschloss die Wiederaufnahme ihrer Geschäftstätigkeit auf ihrer Mitgliederversammlung am 21. Januar 1947. Auf Vorschlag von Arthur Röver wurde Bruno Jansen zum Geschäftsführer bestellt. Er erwies sich als Meister der Organisation und, wenn es sein musste, der Improvisation. Er arbeitete mit insgesamt sechs Vorsitzenden zusammen: Carl Pries, Kurt Fritzel, Ernst Dreyer-Eimbcke, Rob. Miles Reincke und Oswald Dreyer-Eimbcke. Bruno Jansen ist „Erfinder“ des Eisbeinessens. Zum ersten Eisbeinessen im November 1948 erschienen 110 Teilnehmer; bis zum 37., dem letzten unter Bruno Jansens Regie im November 1982 kamen 2500 Teilnehmer.
Nachdem Bruno Jansen 1982 in den Ruhestand verabschiedet wurde, nahm Klaus Bültjer, Jurist mit Kapitänspatent, am 1. August 1982 seine Tätigkeit als Geschäftsführer der Vereinigung Hamburger Schiffsmakler und Schiffsagenten e.V. auf. Er beweist eine sichere Hand bei der Bewältigung der Verbandsaufgaben, die sich durch die enormen Veränderungen in der Schifffahrtsszene ergeben. Das Eisbeinessen bleibt eine wichtige traditionelle Veranstaltung der Hamburger Makler. Die Zahl der Teilnehmer ist auf mehr als 4500 angewachsen. Damit ist diese Zusammenkunft die weltweit größte ihrer Art. |
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